Tag Archive: Interview


Am 23. November hatte ich ein kleines Videointerview, mit 2 Studenten der Fachhochschule Brandenburg, in der Landesgeschäftsstelle der Piraten Berlin.

Im Rahmen einer Projektarbeit suchten sie einen Piraten der ihnen etwas über die Piratenpartei erzählt und kein Problem damit hat dabei gefilmt zu werden.

Folgende Fragen wurden gestellt:

  1. Wie lief das Verfassen des Parteiprogramms ab?
  2. Wieso haben Sie das Internet als Ihre Plattform gewählt?
  3. Wie ist die Parteistruktur entstanden?
  4. Habt ihr eine bestimmte Zielgruppe?
  5. Inwieweit spielen Social Networks in der Parteiarbeit und –werbung eine Rolle?
  6. Wie würden Sie die Medienpräsenz von Barack Obama bewerten? Sollte Politik so gemacht werden?
  7. Wie wird das Internet das politische Geschehen in Deutschland verändern?
  8. Kann die Anonymität auch schädlich sein/Nachteile haben?
  9. Wie können Sie von Mitgliedern außerhalb des Internets gefunden werden? (Präsenzstelle)
  10. Ist die onlinebasierte Zusammenarbeit Ressourcen sparender?
  11. Ist der neue Personalausweis ein Fortschritt für mehr Sicherheit im Internet ?
  12. Was sind eure nächste Ziele?
  13. Werdet ihr eure Offenheit und eure Internetmethoden bewahren oder sie ersetzen?

Mögliche Antworten habe ich im Wiki hinterlegt. Im Interview selbst habe ich diese Fragen natürlich nicht 1zu1 so beantwortet, das ist ja ein bisschen dynamischer.

Wie üblich hatten wir im Anschluss an das Interview die wirklich interesante Diskussion. Dort ging es vor allem um LiquidFeedback.

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… und ich mitten drin!

Nach gefühlten Jahren nun mein erster Blogeintrag in diesem Jahr…

Kurz vor dem Bundesparteitag in Bingen fragte Xen.on an ob sie mit mir einen Bericht über meine politische Arbeit bei den Jungen Piraten drehen können. Auf Grund der Tatsache das ich zum Drehtermin jedoch in Bingen sein würde viel dies leider ins Wasser.

Nun einige Wochen nach Bingen hat mich Xen.on wieder kontaktiert. Am 10. Juli (gestern, da es schon wieder morgen ist) fand ein Interview-Training für junge Journalisten (bei einem Altersschnitt von 25 spricht man doch noch von jung oder?) statt, ich war der Studio-Gast.

Auf in die Medienstadt Potsdam!

Also setzte ich mich am Samstag bei brütender Hitze in den RE in Richtung Babelsberg. Vor Ort habe ich mich dann auch prompt im Gebäude geirrt, bei der Hitze echt unangenehm! Aber dank GPS fand ich dann doch noch rechtzeitig hin. Vor Ort wurde ich nett begrüßt und bekam erst einmal ordentlich was zu trinken, war ja auch heiß. Dass es noch viel heißer werden würde war mir zu dem Zeitpunkt nicht klar…

Gefühlte 45° Celsius…

… waren es im Aufnahmestudio. Scheinwerfer sorgen für eine enorme Hitze und bei den Außentemperaturen ist das einfach unerträglich!

Nach dem ich kurz das Dossier über mich gelesen hatte fingen wir auch direkt mit den Interviews an. Jeder Journalist hatte 3:30 Minuten Zeit ohne die An- und Ab-Moderation. Da alles aufgezeichnet wurde, wurde ich auch gleich ordentlich verkabelt. Da fühlte man sich sofort wie ein echter Politiker ;)!

Und hier gleich ein paar Fakten: Tragt wenn möglich kein Weiß, Schwarz oder zu Buntes. Auch Kleidung mit sehr kleinen Karomustern vertragen sich nicht mit der Kamera!

Die Interviews selbst waren mal mehr oder weniger gut vorbereitet oder geführt. Bei einem Interview hat sich die Journalistin so auf ihr Ziel eingeschossen, das sie 3-mal die gleiche Frage anders verpackt an mich stellte. Beim 3. Mal hatte sie die Frage so komisch verpackt, das ich nichts mehr verstand und sie die Frage doch bitte wiederholen solle. Zum Glück fing sie sich und wir konnten das Interview ordentlich beenden.

Netter Fakt am Rande: ca. 93% des positiven Auftretens machen nonverbale und verbale Signale aus. Lediglich 7% der eigentliche Inhalt!

Ein anderer Journalist wollte das Interview für eine junge Zielgruppe etwas dynamischer gestalten. Ging jedoch nie auf meine Antworten ein und untergrub diese noch durch Floskeln. In so einer Situation hat man als Gast schnell die Sympathien des Publikums auf seiner Seite, wenn der Inhalt und das Auftreten sonst in Ordnung sind!

Weiterer Fakt: Der Zuschauer ist ein kleines Kind! Mit einem Kind muss man langsam und ruhig reden und Pausen einbauen!

Nach 1:30 Stunde in der Saune endlich das Ende!

Kurze Pause und dann ging es in die Auswertung. 2:30 Stunden zog sich diese hin. Es war sehr spannend die Perspektive eines Journalisten zu sehen. Welche Ziele dieser verfolgt, wie er sich vorzubereiten hat.

Am wichtigsten war es aber natürlich eigenes Feedback zu bekommen! Als wir uns die Aufnahmen dann in Ruhe angeschaut haben war es schon etwas komisch sich da so im „Fernsehen“ zu sehen. Man erkennt sofort welche miesen Ticks man hat, oder wie schlecht man mit seinem Körper arbeitet oder einfach auch nach Außenhin wirkt. Bei mir war die Kritik vor allem beim Tempo der Rede und Mimik und Gestik. Gut das ich nächstes Wochenende einen Rehtorikkurs habe um das verbessern zu können!

Wichtiger Fakt: Wenn ein Objekt wie ein Tisch vorhanden ist, dann beziehe diesen mit ein. Lege deine Hände auf ihm ab, dadurch nimmst du mehr Raum ein!

Was nehme ich also aus diesem Tag mit?

  • vor laufender Kamera ist es gar nicht so leicht sich auf ein Gespräch zu konzentrieren
  • die richtige Kleidung ist im Fernsehen sehr wichtig und sollte an die anzusprechende Zielgruppe angepasst werden
  • ruhig reden und an den richtigen Stellen Pausen machen, der Zuschauer brauch die Möglichkeit zu Verstehen
  • man ist zwar Gast, aber es geht um einen und um die Inhalte, diese muss man glaubwürdig verkaufen
  • eine ordentliche Vorbereitung ist das A und O
  • benutze keine Schlagwörter und wenn doch, dann untermauer diese durch Beispiele und Bilder
  • kläre vor einem Gespräch ob man Sie oder Du benutzt
  • verwende keine Flosskeln, dies schwächt immer die eigene Position

Und einfach Spaß! Nette Leute kennen gelernt. Mal schauen ob man sich in Zukunft wiedersieht 😉